David gegen Goliath

David gegen Goliath ist eine schöne Geschichte über einen jungen Schafhirten der den mächtigen Krieger Goliath im Zweikampf besiegte und gibt jenen die sich schwach und unterlegen fühlen Hoffnung das sich das Blatt noch für sie wenden könnte. Im Online Marketing kennt man die Situation. Man hat es heutzutage immer mehr mit grossen Agenturen und riesen Portalen als Konkurenz zu tun und für einige Lonesome Online Marketing Cowboys scheint es immer schwerer zu werden sich gegen die Giganten zu behaupten. Der David gegen Goliath Vergleich ist also durchaus angebracht.

Aber wie genau hat David den überlegenen Kämpfer Goliath wirklich besiegt ? Welche Strategie hat David den Sieg beschert und was lernen wir aus der Geschichte ? Ohne zu verstehen wie es genau funktioniert, mag die Geschichte nett anzuhören sein, bringt uns aber nicht wirklich in unserer täglichen Arbeit weiter. Daher möchte ich an dieser Stelle einen sehr guten Artikel auf newyorker.com empfehlen und selbst noch ein paar Worte zu diesem Thema sagen, denn Davids Stragetie lässt sich auf viele Bereiche des Lebens übertragen. Kriege, sportliche Auseinandersetzungen, Spiele und natürlich auch Konfrontationen mit stärkeren Mitbewerbern in der Marketing- und Businesswelt können so für sich entschieden werden.

Was hat David genau gemacht ?

Der politische Wissenschaftler Ivan Arreguín-Toft hat sich kürzlich alle Kriege der letzten 200 Jahre angeschaut in denen starke und schwächere Gruppen aufeinander getroffen sind. Er hat errechnet das die Goliaths dieser Welt erwartungsgemäss in 71.5% der Fälle die Oberhand behielten. Auch David wäre es fast so ergangen wie den meisten schwachen Kämpfern, denn zu Anfang zog er sich ein schweres Kettenhemd über, setzte sich einen grossen Helm auf den Kopf, nahm sein Schwert und bereitete sich auf einen Schwertkampf mit dem Riesen Goliath vor.

Aber dann hielt er inne und dachte sich: “Was tu ich hier ? Ich kann mich so kaum bewegen und einen Schwertkampf mit einem stärkeren Gegner werde ich so auf keinen Fall überleben.” Also zog er das Rüstzeug aus um schneller zu werden, legte das Schwert beiseite, nahm ein paar Steine und seine Schleuder mit zum Kampf.

Im Krieg, im Leben, in Sport und Spiel gibt es Regeln bzw. in den meisten Fällen eher einen Konsens darüber wie Dinge getan werden sollten. Die meisten dieser Dinge erscheinen uns selbstverständlich, sie müssen nicht erst ausgesprochen oder reglementiert werden, wir tun es einfach weil wir so gute Herdentiere sind. So trug man damals z.B. eine Rüstung und ein Schwert zum Zweikampf. Aber wenn du weisst das dein Gegner auch eine Rüstung und ein Schwert hat, vielleicht sogar bessere Ausrüstung, und er ohnehin der grössere und übelegenere Schwertkämpfer ist, macht es dann Sinn ihm in einem Schwertkampf zu begegnen ? Natürlich macht das keinen Sinn und David hat Goliath besiegt in dem er seine eigenen Regeln gemacht hat.

Ivan Arreguín-Toft hat in seinen Studien herausgefunden das Davids Gewinnchancen von 28.5% auf 63.6% steigen, wenn man die Konfrontationen betrachtet in denen die unterlegene Partei eine unkonventionelle Strategie benutzt hat. Wenn der Unterlegene versteht und akzeptiert das er schwächer ist und sich dafür entscheidet nicht nach den Regel des Stärkeren zu spielen, gewinnt er.

Es gibt 11 Kommentare zu diesem Beitrag
  1. Von Malte am 5. Mai 2009 um 13:02

    Was lernen wir daraus? Blackhat > Whitehat :D

  2. Von Jonas am 5. Mai 2009 um 22:23

    Sehr cooler Artikel.

    @Malte Nein, kein Blackhat. Sondern das z.B Linkaufbau nicht heißen soll „Ich haue meinem Kunden 10k Backlinks um die Ohren und schau was passiert“ oder mach den “Schwanzvergleich” mit PageRank. SEO ist kreatives Denken und solange man auf die “MainStream” Tipps hört kann auch eine One-Man-Agentur kein Erfolg haben. Man muss sich überlegen wie man z.B den Linkaufbau effizienter und sinnvoller nutzen kann. Es gibt so viele Agenturen die immer noch mit Angeboten locken “100 Webkatalogeinträge und morgen sind sie unter den Top 10″ usw.

  3. Von David am 6. Mai 2009 um 09:17

    Schon allein wegen meines Vornamens, aber auch Überzeugung bin ich Einzelkämpfer….
    Wichtig ist in der Internet-Branche doch, dass man sich mit Anderen austauscht, und nicht so sehr, dass man in einer festen Firmenstruktur steckt… Skaliert das überhaupt?

  4. Von ritchie am 10. Mai 2009 um 22:15

    @David: ja, es skaliert – aber dann gelangt man halt ganz schnell beim Linkbuilding-Callcenter an… und wer will das schon ernsthaft machen. Ansonsten: toller Beitrag imho.

  5. Von Kopp Tilo am 18. Mai 2009 um 00:27

    Es gab gar keinen Kampf, zu dem Goliath in dem Augenblick auch gar nicht gerüstet war, er war noch in der Position des lauthals herausfordernden Protagonisten, ohne Helm und Schild. David hat ihn – modern präemptiv – gegen alle Regeln ritterlichen Kampfes mit einer Fernwaffe ermordet, Schuss in die ungeschützte Stirn. Auch winkte dem findigen David eine von König Saul ausgelobte Belohnung, darunter die reizvolle Königstochter. Genau das kann man in der Bibel nachlosen und muss nicht das olle Vorurteil vom Heldenkampf des Kleinen nachzuquatschen. Diese Klarstellung verdanke ich übrigens dem jüdischen Gelehrten Pinchas Lapide.

  6. Von stereophone am 18. Mai 2009 um 22:40

    @Kopp Tilo Zum Glück befinden wir uns hier nicht im Religionsunterricht :) Ich benutze das Bild von David und Goliath bloss als Metapher und verwende es so wie’s jeder kennt. Und ‘was wirklich’ passiert ist wird wohl niemand von uns je erfahren.

  7. Von Kopp Tilo am 22. Mai 2009 um 12:30

    Mein Engagement für die David-Richtigstellung ist motiviert durch gnadenlose Suche nach Wahrheit und die traurige Erkenntnis, dass die denkfaulen Menschen Ereignisse und Zitate gewohnheitsmäßig verzerren, korrumpieren bzw. zu Vorurteilen umformen. Das schief oder parteilich Geglaubte wird der geraden Wahrheit vorgezogen. Nicht zuletzt gilt das bei der Rezeption der Bibel.

  8. Von stereophone am 22. Mai 2009 um 13:48

    @Koop Tilo Meiner Erfahrung nach gibt es keine allgemeingültigen Wahrheiten. Der bewusste Teil des menschlichen Gehirns ist nicht in der Lage die Welt so zu sehen oder zu verstehen wie sie ist. Das einzige was wir sehen und verstehen können ist eine vereinfachte Form der Realität in der generalisiert, verzerrt und das meiste ausgelassen wird. Wahrheit und Wirklichkeit sind für alle Menschen etwas völlig anderes, in der Tat wird man keine zwei Menschen finden die die selben Wirklichkeiten sehen und die selben Wahrheiten begreifen können.

    Deine ‘gnadenlose Suche nach Wahrheit’ gleicht also Don Quijotes Kampf gegen die Windmühlen. Du glaubst DEINE Wahrheit wäre die einzig echte und jeder der die Welt anders sieht wäre bloss denkfaul. Diese Art und Weise ist bloss arrogant und unsymphatisch, damit wirst du niemanden überzeugen. Und wer hier denkfaul ist das möchte ich mal in Frage stellen, bist du es nicht der sich an einem 2000 Jahre alten Buch festklammert oder lieber Pinchas Lapide für dich denken lässt anstaat zu erkennen das du allein die Wirklichkeit und damit deine eigene Wahrheit kreierst ?

  9. Von Alex am 22. Mai 2009 um 23:37

    @Kopp Tilo: Die Bibel ist im Grunde auch nur das älteste “Märchen”-Buch. Viele Geschichten sind wirklich gut, man könnte es mal auf neuere Namen etc. hin überarbeiten.
    (Ich spüre schon den Aufschrei der Bibeltreuen, ist halt meine Meinung.)
    Trotzdem sind es Metaphern, die ihre Wirkung erst bei der Übertragung ins Real-Life (wie von Stereophone) wirklich entfalten können.
    Die Geschichten haben Ewigkeiten die “Flüsterpost” durchlaufen, bevor sie aufgezeichnet wurden. Macht also wohl nicht wirklich Sinn sich daraus über “Details” zu unterhalten.

  10. Von Kopp Tilo am 27. Mai 2009 um 14:14

    Nach erneuter Lektüre verstehe ich David besser. Respekt für ritterliche Sitten war von dem derzeit noch Hütejungen nicht zu erwarten, zumal sein hebräisches Volk nur Hass und Verachtung für die abwertend “vorhäutig” genannten (Sam. 17, 26) Philister hatte. Als später David bei König Saul die für die Goliath-Neutralisierung ausgelobte Tochter anmahnte, sagte dieser, Tochter Michal koste jetzt einen Brautpreis von 100 Vorhäuten(!) frisch erschlagener Philister. David zeigte sich übermotiviert und brachte gleich deren 200 an. (Ekelhafte Vorstellung, oder nicht? Steht alles so im Buch Samuel 18, 25-27). Später wurde David selbst König, machte durch das Dichten von Psalmen wieder einiges gut und ist der Nationalheld auch des modernen Israel.

  11. Von AS am 8. Juli 2009 um 09:03

    Einige Wissenschaftler behaupten, David hätte nur gewonnen, weil Goliath unter einem Tumor in der Adenohypophyse litt. Dies würde zum einen erklären warum er so groß war (Wachstumshormonüberproduktion) zum anderen aber auch warum er gegen David verloren hat. Der Tumor drückte auf das Chiasma opticum und Goliath konnte nur noch einen kleinen Teil des Gesichtsfeldes sehen.(Bitemporale Hemianopsie)Zu deutsch auch Scheuklappenphänomen genannt.

    So… das würde die hier aufgestellten Theorien dann mal widerlegen.

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  1. Blogistan Panoptikum KW19 2009…

    Der Twitter-Hype hält ungebrochen an, dabei wär’s doch langsam wirklich mal wieder an der Zeit für ein neues Social Media Killer Start-Up… aber da ist weit und breit nix in Sicht. Dafür laufen die Grünen online Amok…

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