Trigami und das liebe Geld

Die Meister der bezahlten Blog-Rezensionen, auf dem deutschen Markt, kriegen nun mal von mir eine Rezension, und das ganz umsonst. Ich bin mit verschiedenen Blogs bei Trigami angemeldet und habe schon einige Rezensionen verfasst. Zeit ein kleines Resume zu ziehen. Natürlich aus Sicht des Suchmaschinen-Marketing Novizen.

Nehmen wir einmal an Trigami würde mir einmalig 30€ für eine Rezension bieten. Trigami bzw. der Auftraggeber erhält von mir eine komplette Unterseite und mindestens einen Link von dieser Seite. Vergleichen wir mal dazu die üblichen Link-Preise auf Plattformen wie Teliad oder Linklift. Hier bekomme ich für einen Link in der Sidebar oder im Footer möglicherweise auch 30€, das allerdings jeden Monat. Natürlich würde man bei Trigami an dieser Stelle darauf hinweisen, das es ja nicht bloss um den Link geht.

Ich habe mir einige Projekte angesehen, die bei Trigami Blogrezensionen eingekauft haben. Die meisten haben bei Google ordentliche Sprünge gemacht. Und unabhänig davon, das Trigami das anders sehen würde, betreiben sie Link-Marketing mit grossem Erfolg für ihre Kunden. Der Blogger hingegen verkauft seinen Link unter wert.

Natürlich würde so ein Auftraggeber nie von alleine auf einen Blogger zu kommen. Und für einige Amateur Blogger bedeutet das, entweder mit Trigami Geld verdienen, oder gar nicht. Von daher möchte ich jetzt auch nicht das Geschäftsmodell von Trigami kritisieren. Ganz im Gegenteil, es ist eine tolle Möglichkeit für Amateur Blogger Geld zu verdienen.

Alle Suchmaschinen Spezis und Online-Marketing Profis werden bei diesen Preisen allerdings nur müde lächeln. Da ist es schon wesentlich interessanter die Seiten zu wechseln und sich als Auftraggeber bei Trigami günstig ein paar Links zu kaufen.

Wie wird eigentlich festgestellt wer wieviel verdient?

Aber auch der Amateur Blogger möchte Geld verdienen. Denn schliesslich schreibt man für Trigami nicht zum spass. So bin ich vor kurzem, in der FAQ von Trigami, über den Satz gestolpert: Die meisten unserer Blogger verdienen zwischen 35 und 70 EUR pro Rezension. Komisch dachte ich, dem Stereophone wird eigentlich immer nur 30€ oder weniger angeboten. So hab ich schnell mal ein paar Blogger-Kollegen kontaktiert, um mir einen Überblick zu verschaffen. Habe auch beim Trigami Support nachgefragt welche Faktoren für den Preis von Bedeutung sind.

In der Antwort war die Rede von einem Preisalgorithmus der Pagerank, Technorati und andere Faktoren berechnet. Also habe ich angefangen verschiedene Blogs, mit dem Selben Auftrag, zu vergleichen. Zum Vergleich habe ich folgende Daten genutzt: Pagerank, Technorati, Yahoo-Backlinks, Postingfrequenz und monatliche Besucherzahlen.

Ich habe nicht genügend Blogdaten um einen Aussagekräftige Statistik zu erstellen. Allerdings fielen mir schnell einige Differenzen auf. So gibt es Blogs die deutlich mehr verdienen als andere, obwohl sie bei den oben genannten Kriterien wesentlich schlechter abschneiden. In einer zweiten Mail vom Trigami Support wurde mir dann gesagt, das nicht nur SEO-Faktoren für die Preisberechnung herangezogen werden.

Welche Faktoren sind dann entscheidet, könnte man sich jetzt Fragen, vielleicht der persönliche Geschmack vom Trigami Mitarbeiter?

Ob es Trigami gefällt oder nicht, sie betreiben Link-Marketing im grossen Stil. Und so bin ich auch der Meinung, das eine Offenlegung der Preisberechnung zum guten Ton gehören würde. Trigami ist noch nicht sehr alt und sicherlich noch im Aufbau. Auch der Support versicherte mir, das die Preisberechnung in Zukunft überarbeitet wird und Trigami transparenter werden soll. Ich kann solche Schritte nur begrüssen und hoffe das die Auszahlungen fairer werden. Nicht mehr und nicht weniger wünsch ich mir.

Es gibt 13 Kommentare zu diesem Beitrag
  1. Von Patrick am 8. Juli 2007 um 10:55

    Sehr schöner Artikel. Ich habe mich auch vor kurzem mit Trigami beschäftigt und bin zu einem ähnlichen Schluß gekommen, wie Du. Im Grunde geht es eigentlich nur um Linkaufbau, was ja nichts verwerfliches ist. Dennoch ist es mir ein wenig zu heiß, da dies zu offensichtlich geschieht und man bei Trigami nicht mit den Namen der Kunden hinterm Berg hält. Für kleine Projekte durchaus interessant, aber mit meinen Markenkunden würde ich lieber die Finger davon lassen. Dann lieber direkt Blogger um einen Link fragen. Hast Du einen für mich??? :-))

  2. Von Sergej am 8. Juli 2007 um 14:13

    Hatte auch bereits für Trigami geschrieben, aber auch welche Angebote abgelehnt. Manchmal hab ich so ein Gefühl, als ob der Auftraggeber einfach die Preise für eine Rezension aus dem Daumen saugt – entweder gibt es da feste Faktoren oder man sagt gleicht, dass die Preise auf Verhandlungsbasis zustanden kommen.

    Andererseits steht auch nirgends, dass der Link zum Auftraggeber kein nofollow-Link sein muss :)

  3. Von Ricardo am 8. Juli 2007 um 15:31

    Trigami betreibt in der Tat eine komische Preispolitik. Wenn ich sehe, dass einige Blogs viel mehr bekommen, aber schlechtere Rankings bzw. praktisch keine Leser haben, wird mir schlecht.

    Vorallem die Auswahl… ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Auftraggeber einen Blog der völlig irrelevant zum Projekt + nur 10 Rss Reader hat einem Blog mit 100 Readern + Technischem Hintergrund (relevant zum Projekt) bevorzugen würde.

    Remo und sein Team sollten ausserdem Mal auf Ihre Kunden achten. Mit Yourcha und der Poker Seite machen sich viele Blogger zu Idioten für einige Kröten.

    Yourcha ist eine Datensammlungsfirma und Pokerstrategy (oder so) auch eine zwielichtige Bande.

    Nach deren Meinung muss man sich wohl zuerst informieren. Ich finde aber Trigami sollte ihre Verantwortung wahrnehmen und nicht einfach alles auf den Kunden abschieben.

  4. Von Pligg am 8. Juli 2007 um 16:27

    Es handelt sich in der Tat um nichts anderes als um bezahlte Links und so gesehen koennten die bei Trigami teilnehmenden Seiten bzw. die Auftraggeber durchaus auch irgendwann einmal bei Google in Ungnade fallen. Oder irre ich mich da?

  5. Von SEOnaut am 8. Juli 2007 um 19:21

    Irgend wann ist das Zauberwort. Wann weiss keiner. SEM & SEO besteht aber zu bestimmt 70 % aus dem Ausnutzen von Sachen die NOCH funktionieren. Also

  6. Von SEO Expert Blog am 8. Juli 2007 um 22:38

    Ich habe selbst keine Erfahrung mit Trigami aber schon das ein oder andere über Trigami gelesen, z.B. dass sie auch ziemlich zweifelhafte Kunden haben.
    Meistens ist ein Link im Content besser als einer in der Sidebar, was den Besucher-Traffic betrifft. Allerdings nimmt dieser Traffic mit der Zeit stark ab.
    Ein Link in der Sidebar bedeutet ja in der Regel, dass von allen Seiten einer Website aus verlinkt wird, was für PageRank natürlich besser ist. Von daher sind die Preisunterschiede auch gerechtfertigt, wobei ich dir zustimme, dass 30 Euro für einen Review ziemlich mager sind.
    Bei ReviewMe kann man den Preis z.B. selbst festlegen, allerdings sind die für deutschsprachige Seiten wohl nicht so interessant.

  7. Von Remo Uherek am 16. Juli 2007 um 16:07

    Hallo Alexander

    Vielen Dank für dieses ausführliche Feedback.

    Zum Thema SEO:
    Wir sehen uns nicht als SEO-Instrument. Natürlich sind Backlinks wichtig und es ist korrekt, dass Blogbeiträge Rankings in Suchmaschinen beeinflussen können. Diesen “Nutzen” verkaufen wir aber nicht aktiv, da wir darauf keinen Einfluss haben und wir den Effekt nicht garantieren können. Trigami-Blogger sind sowohl bei den Linktexten (Linktexte können unsere Kunden NICHT vorgeben werden, das würde gegen unseren Grundsatz der redaktionellen Freiheit verstossen) als auch beim Nofollow (unsere Kunden haben auf den Nofollow-Tag KEINEN Einfluss) völlig frei. Wir haben bereits Kunden abgelehnt, die Linktexte vorgeben wollten und werden in Zukunft bestimmt auch weitere Kunden aus diesem Grund ablehnen.

    Zum Thema Preispolitik:
    Wir sind konstant daran, unseren Preisalgorithmus zu verbessern. Ausserdem denken wir darüber nach, den Markt verstärkt spielen zu lassen (z.B. mit Geboten und Gegengeboten). Wir sind uns sehr bewusst, dass dies ein sehr wichtiges Thema ist und dass es hier noch viel zu tun gibt.

    Viele Grüsse
    Remo

  8. Von stereophone am 16. Juli 2007 um 16:12

    freut mich aufjedenfall, das du hier nochmal was dazu schreibst. das mit dem bieten klingt auch interessant. bin gespannt wie ihr euch weiterhin entwickelt!

  9. Von CountZero am 1. September 2007 um 20:53

    oh, offenbar lesen die jungs von trigami rezensionen und konstruktive kritik über ihr angebot tatsächlich, was man aus remos kommentar schließen kann.
    das wiederum darf man wohl durchaus als seriös werten. vllt. sollte ich mich wirklich mal mit trigami befassen, auch wenn meine erfahrungen mit reviewme etwas gespalten sind und ich das ganze thema paid-content inzwischen etwas differenzierter betrachte als noch vor einem dreivierteljahr.

  10. Von Michael am 12. September 2007 um 10:10

    wunderbare zusammenfassung…ich habe mich auch gerade angemeldet und finde es gut, dass sich die jungs von trigami dazu melden und stellung nehmen. ich schau mir das mal näher an…bis später..

  11. Von Christian am 15. Dezember 2007 um 19:00

    Salve

    Ich mache schon seit “Anbeginn” bei trigami mit. In der letzten Zeit habe ich keine Rezensionen mehr geschrieben, weil für mich unerklärlich der Preis gesunken ist. An meiner Schreibe kann es nicht liegen…. mal gucken, wie das weiter geht.

    Christian

  12. Von unnikuttan am 4. Februar 2008 um 15:07

    ich habe bisher kaum erfahrungen mit trigami gesammelt. denke aber, dass trigami mit der zeit reifen wird.

  13. Von J am 4. April 2008 um 09:22

    Interessanter Artikel,
    habe mich bei Trigami als Blogger registriert, erwarte aber keine Wunder. Auch sind wohl meine Besucherzahlen noch zu gering.
    Naja. Mal sehen…

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  1. […] In meinem vorherigen Post schrieb ich ja, dass bezahltes Bloggen noch sehr <a href=”http://skuub.de/nicht-dafur-dass-ich-positiv-daruber-schreibe/&#8221; title=”Bezahltes bloggen positiv oder negativ”>erklärungsbedürftig</a> ist. Das findet auch <a href=”http://stereophone.de/trigami-und-das-liebe-geld/&#8221; title=”Trigami und das liebe Geld”>stereophone</a>, vor allem, wenn es um die Transparenz der Bezahlung geht. Wer ein paar Interviews mit Remo von Trigami geschaut hat, weiß, dass die Divise 70/30 heißt. 70 Prozent des Honorars gehen an den Blogger – 30 Prozent an Trigami. Allerdings fallen in den Interviews auch Beträge wie 100 Euro pro Blog Post. […]

  2. […] Auf  stereophone.de wird der Spieß umgedreht und trigami bekommt eine Rezension, die interessante Details ans Tageslicht bringt… […]

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